Info Vorschulkinder 0-6 Jahre - Zahnarzt Dr. Budweg 2016

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Info Vorschulkinder 0-6 Jahre

Spezielle Infos
Zahnvorsorge in den ersten Lebensjahren

Vorsorge ist besser als jede Zahnreparatur. Da es weitgehend in Ihrer Hand liegt, ob Ihr Kind an Karies erkrankt oder nicht, möchte ich Ihnen hier einige Hinweise geben, wie Sie Zahnerkrankungen in den ersten Lebensjahren Ihres Kindes verhindern können.

Karies ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird. Diese Bakterien ernähren sich von Zucker und produzieren daraus Säuren, die zu Löchern in den Zähnen führen können.

Wenn Karies aufgetreten ist, müssen vorher drei Dinge zusammengekommen sein:


Während der Schwangerschaft tritt neben der Hormonumstellung, die das Zahnfleisch anfälliger für Entzündungen werden lässt, auch häufig starker Appetit auf Süßes auf. Diese neue Vorliebe führt dann zu erhöhtem Kariesrisiko (und Zahnfleischbluten).

Wir wurden alle ohne Kariesbakterien geboren. Erst später stecken sich Kinder bei ihren Eltern mit den Kariesbakterien an. Sorgen Sie deshalb für gute eigene Mundgesundheit und niedrige Anzahl kariogener Keime in Ihrer Mundhöhle, insbesondere in der kritischen Zeit des Zahndurchbruchs. Die meisten Kariesübertragungen erfolgen im Alter von 1,5 bis 2,5 Jahren.  

Vermeiden Sie die Übertragung karieserzeugender Bakterien. Beim Füttern sollten Sie nicht den Löffel ablecken, kein Ablutschen des Schnullers, Lutschers etc. Je mehr Kariesbakterien die Mutter im Mund hat, desto größer ist die Gefahr der Ansteckung des Kindes.   

Jedes Mal wenn Zucker in den Mund kommt, werden die Zähne ca. 40 Minuten lang geschädigt. Süßigkeiten sollen deshalb möglichst selten in den Mund gelangen, um die Dauer der Schädigung gering zu halten. Es hat sich bewährt, einmal am Tag Süßigkeiten freizugeben - z.B. nach dem Mittagessen - und anschließend alle Süßigkeiten außer Sicht- und Reichweite zu schaffen. Man kann auch auf zuckerfreie Süßigkeiten ausweichen, die mit dem 'Zahnmännchen' gekennzeichnet sind. Empfehlenswert ist auch mit Xylit gesüßtes Kaugummi.  

Vermeiden Sie Zucker, wo es eben geht. Kariesbakterien siedeln sich um so leichter an, je mehr und je häufiger sie Zucker im Mund vorfinden. Nahezu alle Fertigprodukte enthalten Zucker. Fördern Sie statt dessen abwechslungsreiches Essen und kräftiges Kauen Ihres Kindes. Achten Sie auch auf genügenden Gehalt des Essens an Vitaminen und Mineralstoffen.   

Geben Sie Ihrem Kind zum Einschlafen kein Fläschchen, und falls es sich doch nicht vermeiden lässt, auf keinen Fall mit zuckerhaltigem Inhalt. Das führt sonst mit Sicherheit zu der zahnzerstörenden 'Fläschchenkaries' an den oberen Schneidezähnen. Zucker ist in fast allen Fertigtees, in allen Fruchtsäften - auch in denen 'ohne Zuckerzusatz'-, in Milch, Kakaogetränken, Limonaden, Multivitaminsäften und auch in Muttermilchersatznahrung enthalten. (Auch zuckerfreie aber saure Getränke, wie Softdrinks 'light', schädigen die Zähne.)  

Im Alter zwischen 6 und 9 Monaten gewöhnt sich Ihr Kind auf Dauer an sein 'Einschlafritual'. Geben Sie ihm in dieser Zeit keinesfalls zum Einschlafen das Fläschchen mit ins Bett! Ihr Kind wird sonst jahrelang, ausdauernd danach verlangen!  

Im Alter von 12 -16 Monaten lässt das Lutsch- und Saugbedürfnis nach. Nutzen Sie diese Zeit um Ihr Kind an festes Essen zu gewöhnen.  

Eltern sind Vorbild für ihre Kinder - auch beim Zähneputzen. Lassen Sie Ihr Kind deshalb gelegentlich zusehen, wenn Sie sich die Zähne putzen.  

Beginnen Sie schon beim Erscheinen der ersten Milchzähne (ca. 6. Lebensmonat) mit regelmäßiger Zahnreinigung; zunächst ohne Zahnpasta, mit weicher Kinderzahnbürste oder Wattestäbchen morgens und abends nach den Mahlzeiten. Dicke Zahnbeläge auf den Schneidezähnen bedeuten ein sehr hohes Kariesrisiko für Ihr Kind.  

Geben Sie Ihrem Kind keine Zahnpaste mit süßem Geschmack. Ihr Kind könnte auf den Gedanken kommen, unkontrolliert Zahnpaste zu essen.  

Bis zum Alter von ca. 6 Jahren können Kinder ihre Zähne nicht selber vollständig säubern, auch wenn sie dabei sehr eifrig sind. Putzen Sie deshalb mindestens einmal täglich Ihrem Kind gründlich die Zähne - am besten abends vor dem Schlafengehen, nach der letzten Mahlzeit, (als Bestandteil des Einschlafrituals).   

Fluoride:

Empfehlung der Kinderärzte: (alte Auffassung)

Geben Sie Ihrem Kind Fluoridtabletten zur Schmelzhärtung der im Kiefer wachsenden Zähne. Die Fluoridtabletten verschreibt Ihnen Ihr Kinderarzt, meist D-Fluoretten o. ä. bis zum Alter von 2 Jahren, und anschließend Ihr Zahnarzt. (Falls Ihr Kinderarzt - z.B. aus Budgetgründen - die Fluoridtabletten nicht verschreiben kann, bekommen Sie das Rezept auch bei uns.)  

Empfehlung der Zahnärzte: (neuere Erkenntnisse)
Sie können auf Fluoridtabletten verzichten, wenn sie Ihrem Kind statt dessen täglich (ohne Ausnahme!) die Zähne mit einer Fluoridzahnpaste putzen. Und zwar bis zum zweiten Geburtstag einmal täglich, ab dem zweiten Geburtstag zweimal täglich. Nehmen Sie dazu jeweils eine erbsengroße Portion Fluoridzahnpaste mit 500 ppM Fluoridgehalt z.B.  'Elmex Kinderzahnpaste' oder andere Zahnpasten mit geeignetem Fluoridgehalt.

Bringen Sie Ihr Kind mit zum Zahnarzt, zur 'Gewöhnung'. Bereiten Sie Ihr Kind nicht besonders auf den Zahnarztbesuch vor - das macht Angst, egal was sie sagen. (Den angstfreien Besuch z. B. beim Bäcker bereiten sie ja auch nicht besonders vor!)  

Beugen Sie Zahn- und Kieferfehlbildungen vor. Verwenden Sie deshalb kiefergerechte Fläschchensauger mit kleiner Lochgröße. Bei starkem Saugbedürfnis eignen sich kiefergerecht geformte Schnuller. Finger- und Daumenlutschen sind ungünstiger, da das Abgewöhnen mehr Schwierigkeiten bereitet als beim Schnuller.  

Lutschgewohnheiten bis zum Alter von drei Jahren hinterlassen normalerweise keine dauerhaften Zahnstellungsveränderungen. Danach verformt sich aber der Kiefer auf Dauer und eine spätere kieferorthopädische Behandlung wird notwendig.

Es gibt für Sie zwei Möglichkeiten mit Ihren Zähnen und denen Ihrer Kinder umzugehen:

1. Reparaturmedizin:

Sie kommen erst bei Problemen in die Praxis und ihr Zahnarzt sucht nach Erkrankungen, die er dann repariert.  

Vorteile: wenig Kontakt zur Zahnarztpraxis, keine 'unnötigen' Ausgaben.

Nachteile: Langfristig gesehen sammeln sich immer mehr Reparaturen an; die Zähne werden immer                                         schlechter und weniger.  


2. Vorsorgemedizin (Prophylaxe):

Sie kommen regelmäßig zur Untersuchung und Vorsorgebehandlung in die Praxis und warten nicht erst auf Zahnplobleme.

Vorteile: stressfreie Zahnarztbesuche. Falls Reparaturen nötig werden, handelt es sich meist nur um 'Kleinigkeiten'. Sie erhalten die Zähne dauerhaft gesund und verlieren sie auch im Alter nicht.

Nachteile: Sie müssen 2 Mal im Jahr zur Zahnarztpraxis und sich um Ihre Zähne kümmern. In manchen Fällen entstehen Kosten.


Wir informieren Sie gerne über geeignete Vorsorge-Programme für Sie und Ihre Kinder.

                                                                                                                         © Dr.Budweg

 
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